Tag111: Samstag, Abreisetag Franzi, Lennart, Matthes 15.12.05

"Wie was. Ja." Fünf Stunden später wache ich [Sven] auf. Ich glaube, ich habe mitten in der Nacht was gesagt, bin mir aber nicht mehr sicher. Mittlerweile glaube ich, zumindest Matthes verabschiedet zu haben. Er und die anderen beiden sind früh morgens zum Bahnhof gefahren, um dort den ersten Zug nach hause zu nehmen. Aber bewusst etwas gesagt habe ich wohl kaum, zu müde bin ich von der Woche, in der wir NUR gearbeitet haben.

Ich gucke auf die Uhr: 13h. "Lenny ist schon zu Hause, Matthes so gut wie. Franzi steht bestimmt noch in Hamburg auf dem Bahnhof und hofft auf ihren Anschluss-Zug Richtung Heimat nach Erfurt." geht mir durch den Kopf. "Basti pennt noch." Ich brabbel ihn an, um zu checken, ob er nicht eventuell doch wach ist. Nein. Hätt' mich auch gewundert. Eine halbe Minute später schlafe auch ich wieder. Anderthalb Stunden später wache ich erneut benebelt auf. Hm. Auch Basti scheint langsam wieder bei Sinnen zu sein.

Nach kurzer Absprache stehen wir beide auf, duschen, gehen Bier einkaufen und holen das Auto von IRGENDWO weit weg und parken es kurzerhand vor der Tür. Morgen (Sonntag) wollen wir nach hause und der Pack-Weg sollte möglichst kurz sein.

Die Wohnung wird natürlich nicht gesäubert. Schließlich haben wir Mittag schon das Pfand-Gut weggebracht. Von irgendwas müssen wir ja Bier kaufen ;).

Wirklich interessant wird es erst am Abend. Aber vorher: Erst mal ne Stunde pennen. Also hier, abends: Wir sind eingeladen. Mal ehrlich: wer lädt UNS ein? Einige Vuluntariatinnen. Eine Österreicherin, zwei deutsche und eine Litauerin. Wir essen Pita, trinken Wein. Ich freu mich aber schon auf das extra gekaufte Bier. 16 Flaschen haben Basti und ich mitgenommen. Ich hoffe, dass es reicht. Nachher wollen wir noch zum Studentenhaus, wo wir "Party" machen wollen. Was für ein Stress. Wer will denn DA hin? Ja, leider jeder. Bis auf mich. Das Bier gleicht es aus und so benutzen wir halb 10 die Metro und fahren in die Stadt. Einige fahren Fahrrad. Die ersten 16 Bier haben Basti, ich und eine der Vulitariatinnen (Sybille, die sympathische und sehr lebhafte Ruhrpott-Quasselstrippe) schon getrunken, als wir das Lokal betreten.

Oh, cool! Scheiß-Musik. Darauf hab ich mich schon den ganzen Abend gefreut. Basti und ich trinken Bier. Die anderen auch. Komischerweise scheint bei denen das Bier zu wirken. Sie versuchen zu tanzen.

Als wir um halb zwei gebeten werden, das Lokal zu verlassen, da es nun geschlossen wird, entschließen Sybille Basti und ich, noch "mal eben" die "kleine Meerjungfrau" anzusehen. Klasse Idee von Basti, ist doch 'ne super Uhrzeit dafür! Eine Stunde Fußmarsch von der Kopenhagener Innenstadt entfernt kommen wir gegen viertel vor drei Uhr Nachts dort an. Ja, gut, nun wissen auch wir, dass die Meerjungfrau klein ist. Leider ist sie sooo klein, dass Basti sich das aus der Nähe angucken muss. Jedoch hat er übersehen (nach den 16 Flaschen/2,5 und weiteren 4 Bier oder so pro Mann im Pub auch kein Wunder) das zwischen dem UFER und der Meerjungfrau 'ne Menge Wasser ist. Mann, Junge, die heißt MEERjungfrau. Wenn die auf'm Land leben würde, würde die ja sicher LANDjungfrau heißen. Kurzerhand geht Basti also baden, beim Versuch von Ufer A nach Insel B zu springen. Ein Viertel von Basti verschwindet im knapp über Null Grad warmen Wasser. Aber Gott sei Dank gehen wir nur knappe anderthalb Stunden nach Hause. Quasi um die Ecke. Lufttemperatur: 0 Grad. Alles klar.

Mir schießt in den Kopf, dass die Witze, die Basti und ich auf dem Hinweg zum Essen vorbereitet hatten, total klasse ankamen. "Ihr seid so scheiße... Hahahaha" --- also Leute, folgende Witze kommen IMMER gut an:

"Hey Basti, hast du eigentlich schon alle Weihnachtsgeschenke?" - "Ne, die bekomm' ich erst Weihnachten!"

"Pita Essen. Hmm, lecker. Ich kenne Pita. Hier, diesen 'Sir Pita Ustinov" - "Ich kenne Pita Funny. Alias Pita Lustig"

Aber die Mädels waren vorbreitet, sie hatten auch einen auf Lager: "Warum gehen Ameisen nicht in Kirchen? - Weil sie in Sekten sind."

Ich muss noch mal kräftig darüber schmunzeln. Ich bin müde, sagt Basti über mich. Er meint, das merkt man daran, dass ich "Gute Nacht" sage, bevor ich im Bett liege. Stimmt, antworten konnte ich nicht mehr wirklich, mein ins Kissen gedrücktes Gesicht sag so was wie "oa richtich"-Laute von sich. ICH schlief schon! Basti war noch... ähm... kurz gesagt: Nass, kalt und voll! Am nächsten Morgen...

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